F https://www.elohim.io/ de Herbert Franke https://www.elohim.io/content/herbert-franke <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Herbert Franke</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><table align="center" border="0" cellspacing="2" width="100%"><tbody><tr><td> Name</td> <td> <strong>Franke</strong></td> <td rowspan="14"> <img alt="sample image" height="144" src="http://www.elohim.io/sites/default/files/pictures/asterisk.png" title="sample image" width="150" /></td> <td> </td> </tr><tr><td> Vorname</td> <td> <strong>Herbert </strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> <strong>10.11.1928</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Gestorben</td> <td> <strong>06.05.2005</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Ort</td> <td> <strong>Bremerhaven</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Friedhof</td> <td> <strong>Weserstrasse + Alt-Wulsdorf</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Datum</td> <td> <strong>11.05.2005</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Redner</td> <td> <strong><strong><a href="http://www.freier-redner.de/" target="_blank" title="Freier Redner Uwe Peters"><strong><span class="TXTSubHead">FREIER REDNER: Uwe Peters</span></strong></a></strong></strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Bestatter</td> <td> <strong>Bestattungsinstitut Koop</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Homepage</td> <td> </td> <td> </td> </tr></tbody></table><p> </p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fba1bb89699d447ab4f6855447f49c9d" width="1" />Liebe Frau Franke,<br /> liebe Angehörigen und Freunde des verstorbenen</p> <p><strong>Herbert Franke</strong></p> <p>Immer wieder werden wir aufgerufen Abschied zu nehmen.<br /> Dieser Abschied jedoch ist endgültig und erfordert deshalb auch eine Würdigung des von uns gegangenen Menschen.</p> <p><strong>Teil 1: Hilfe für die Hinterbliebenen</strong></p> <p>Als ich mich gestern Abend auf diese Trauerfeier vorbereitete, kam ich an einen meiner Texte, der mir passend für diese Trauerfeier zu sein schien und der etwas von unserer Alltagswirklichkeit widerspiegelt:</p> <p><em><strong>„Wenn die Sonne deines Lebens für immer untergegangen ist, kannst du dich im Winter deiner Einsamkeit an jenem Feuer wärmen, das durch das Holz deiner Erinnerungen, welches die Sonne hat wachsen lassen, in dir dauerhaft brennt.</strong></em></p> <p>Vergiss es nicht, du musst nachlegen.“<br /> Uwe Peters, 25.01.2005</p> <p>In den allermeisten Trauerfällen war der verstorbene Mensch in der Erinnerung der Hinterbliebenen die große Sonne ihres Lebens, die nun plötzlich durch den Tod für immer untergegangen war.</p> <p>Ein uralter Film: „Cabarett“ mit Liza Minelli spielt im Berlin der Anfang 30er Jahre. Eine Szene hat sich tief bei mir eingebrannt. Der Sänger auf der Bühne besingt die Schönheit seiner Freundin. Er schildert ihre Eigenschaften: sie ist so groß, so stark, so weich und sanft, sie hat tiefe dunkle Augen und so weiche Lippen, sie ist so gemütvoll und kuschelig...<br /> Immer wieder zeigt er auf sie und fragt die rhetorische Frage: <em><strong>„Ist sie nicht wunderbar, Ihr müsst sie mit meinen Augen sehen?!“</strong></em></p> <p>- Das ist ein gewaltiger geistiger und kultureller Entwicklungsschritt, dass Menschen den Mut finden, den anderen mit den <em><strong>„eigenen Augen zu sehen.“</strong></em></p> <p>- Die Religionen wollen den anderen mit <strong>den Augen Gottes sehen</strong>. Dann muss es eine Auferstehung geben und am Ende muss es auch das Endgericht Gottes am Jüngsten Tag geben. Dann muss es eine Wertung geben, ob der verstorbene Mensch gut oder weniger gut war.</p> <p>- Ebenso geht es vielen anderen Menschen, welche den verstorbenen Menschen <strong>mit den Augen einer angenommenen Allgemeinheit sehen wollen</strong>. Dann kommen solche Formulierungen: Nur für die Familie da, überall beliebt, sehr arbeitsam und einfach ein guter Mensch.</p> <p>- Wir wollen den Verstorbene mit unseren Augen sehen. -</p> <p>...Dann schwenkt die Kamera auf dieses bewunderte und bezaubernde Wesen und zeigt ein - Gorillaweibchen. Ist sie nicht wunderbar? <strong>Ihr müsst sie mit meinen Augen sehen!</strong></p> <p>Genauso wie unsere Sonne. Unsere Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unsere Sonne die allerbeste Sonne für unsere Erde ist. Es soll Millionen andere Sonnen im Weltall geben, aber nur unsere Sonne hat uns gewärmt und alles um uns herum zum Wachsen, Blühen und schließlich zur Frucht reifen lassen.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fba1bb89699d447ab4f6855447f49c9d" width="1" />Inzwischen bewundere ich die Hinterbliebenen, die ganz stolz und mutig behaupten, <strong>unser Verstorbener war der beste Mensch der Welt. </strong></p> <p>Unsere Sonne ist die allerbeste für uns. <strong>Herbert Franke</strong> war die Sonne Ihres Lebens.</p> <p>Aber was machen wir im Winter?</p> <p>Unser Text rät uns, dass wir dann das <strong>Holz der Erinnerung</strong> zusammentragen und durch unsere Liebe zu dem verstorbenen Menschen anzünden. Die Sonne hat im Sommer unseres Lebens unendlich viel Holz wachsen lassen. Wir haben viel mehr Erinnerungen, als wir im Winter unserer Einsamkeit überhaupt verarbeiten und verheizen können.</p> <p>Wir müssen es jedoch aufbereiten, d.h. wir müssen es ofenfertig machen. Wir müssen es noch einmal hervorholen, klein sägen, spalten und in ofenfertige Portionen herrichten um es dann mit dem Feuer der Liebe anzuzünden.</p> <p>Das erfordert Mühe und Arbeit. Aber darin liegt unsere Chance. Sie müssen in Zukunft nicht frieren, weil die Sonne Ihres Lebens, <strong>Herbert Franke</strong>, verstorben ist.</p> <p>Den Lauf der Sonne können wir nicht beeinflussen, Ihre Sonne ist für Sie untergegangen, aber das Feuer der Sonne können wir dennoch brennend für uns erhalten. Dazu müssen wir nur ein wenig Obacht geben, dass das Feuer niemals ausgeht. Das liegt in unserer Hand.</p> <p>Wenn wir oberflächlich, faul und träge sind, geht es bald aus. Wenn wir jedoch immer neues Holz nachlegen, können wir das wärmende Feuer lebendig erhalten. Die Sonne unseres Lebens hat mächtige Holzvorräte wachsen lassen.</p> <p>Ob uns dieses Feuer wärmt, liegt deshalb ganz in unserer Hand. Niemand, kein Tod, kein Schicksal, keine fremden Mächte und Umstände können dieses Feuer auslöschen.</p> <p><strong>Teil 2: Würdigung des Verstorbenen</strong></p> <p>Wir wollen nun gemeinsam das Leben des Verstorbenen würdigen. Dabei muss klar sein, dass wir die Fülle seines Lebens (den ganzen Wald) nicht ausschöpfen können und ganz viel ungesagt bleiben muss.</p> <p>Die einmalige und unwiederholbare Geschichte des Verstorbenen begann am 10.11.1928 in Liegnitz/Schlesien. An diesem längst vergangenen Tag tat dort</p> <p><strong>Herbert Franke</strong></p> <p>seinen ersten Schrei.</p> <p>Mit seinen älteren Geschwistern <strong>Gustav</strong> und <strong>Hertha</strong> wuchs er dort zunächst auch auf.</p> <p>Gustav ist in Breslau vermisst und Hertha ist auch schon verstorben.</p> <p>Er konnte nur 6 Jahre zur Schule gehen, weil dann der zweite Weltkrieg ausbrach.</p> <p>Dennoch konnte er eine Lehre zum Papierkaufmann anfangen. Ein Kollege hieß auch <strong>Herbert</strong> und da haben sie dann den zweiten Herbert, unseren Verstorbenen, einfach zum <strong>Fritz</strong> gemacht.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fba1bb89699d447ab4f6855447f49c9d" width="1" />Aber auch hier konnte er seine Lehre nicht zu Ende bringen, weil die Wehrmacht ihn holte. Er musste Schützengräben ausheben und wurde noch nach Frankreich geschickt, um die Alliierten zu stoppen. Nach etwa 3 Wochen war der Krieg für ihn zu Ende. Sein nagelneues Gewehr, aus dem er nicht einen Schuss abgegeben hatte, zerkloppten die Sieger und er kam in Gefangenschaft.</p> <p>Doch bald wurde der junge Bengel entlassen und er kam nach Coburg. Mit einem Kollegen organisierte er sich einen Handwagen und stellte sich am Bahnhof auf als „Fuhrunternehmer.“</p> <p>Von Coburg ging er dann nach Nürnberg um sich dort irgendwie durchzuschlagen.</p> <p>Endlich bekam er vom Suchdienst des DRK Informationen über seine Familie. Sein <strong>Vater</strong> war im Mulsum bei der Flak Soldat gewesen und dann gleich hier geblieben. Die <strong>Mutter</strong> und Hertha waren auch hierher gekommen. Herbert kam als der Letzte der versprengten Familie hier an.</p> <p>Der Vater begann schon 1946 mit dem Bau einer Unterkunft am Rübenberge 18. Das war zuerst nur eine primitive Baracke, in der ganz viele Fischkistenbretter verarbeitet worden waren. Es war städtisches Land und als die Stadt es Anfang der 60er Jahre zum Verkauf freigab, haben die Eheleute sofort zugegriffen. Inzwischen war aus der Baracke schon ein ansehnliches Haus geworden. Sein letzter großer Stolz war der wunderschöne Wintergarten mit freier Sicht auf das ganze Gartengelände. Die Familie erinnert sich an „die ewige Baustelle“.</p> <p>Er bekam nur eine Zuzugsgenehmigung, wenn er in der Landwirtschaft oder in der Fischerei arbeiten würde. Er entschied sich für die Fischerei und fing bei FISCH INS LAND im Fischereihafen mit der Arbeit an.</p> <p>Bei Fisch ins Land machte er eine Ausbildung zum Räucherer und hatte nun endlich doch einen Ausbildungsberuf erlernt.</p> <p>Am 24.März 1951 haben der Verstorbene und seine nun um ihn trauernde Ehefrau <strong>Luise</strong>, geb. <strong>Willms</strong> in Bremerhaven ihren Bund für ein langes gemeinsames Leben geschlossen, den dieser Tod nun für immer geschieden hat.</p> <p>Den Eheleuten sind die nun um den Vater trauernden Kinder <strong>Sybille</strong> (12.1951), <strong>Magrit</strong> (1955), <strong>Rainer</strong> (1960) und <strong>Jürgen</strong> (1962) geboren.</p> <p>Der Verstorbene hatte nach seiner Ausbildung zur Fischverarbeitung HERTRAM gewechselt. Dort arbeitete auch die junge, wunderschöne und attraktive Luise Willms.</p> <p>Die hat ihm sehr gefallen. Und wenn sie nach Feierabend zur Fähre musste, konnte sie sicher sein, dass der dünne und magere Herbert Franke mit seinem Rad irgendwo an der Ecke stand und auf sie wartete.</p> <p>Von Hertram, von wo er sich seine Luise geholt hatte, ging er zurück zu Fisch ins Land.</p> <p>Anfang der 60er wechselte er zu LEVIN und dann zu STRENZ.</p> <p>Die Räucherei Strenz hat ihm sehr gefallen. Und der alte Herr <strong>Strenz</strong>  würde bald aufgeben.  Aber der alte Herr Strenz dachte gar nicht daran, dem Hallodri Herbert Franke den Betrieb zu übergeben.</p> <p>Also machte sich der Verstorbene in Halle V, in den Räumen des alten Betriebes WINTER, im Jahr 1968 mit einer Räucherei selbständig.</p> <p>Im Jahr 1969 gelang es einem Vermittler und Freund, dem Herrn <strong>Stockfisch</strong>, Herrn Strenz doch davon zu überzeugen, dass Herbert Franke der richtige Pächter für die Räucherei ist. Im Dezember 1969 endlich konnte er seinen Traum wahr machen und die Räucherei Strenz übernehmen.</p> <p>Später konnte der Verstorbene sie dann auch käuflich erwerben.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fba1bb89699d447ab4f6855447f49c9d" width="1" />Mit einem Mitarbeiter fing er damals an und heute zählt der Betrieb inklusive der mitarbeitenden Familienangehörigen wohl um die 18 Beschäftigten. Bis ins vorige Jahr hinein war der Verstorbene noch in seinem Lebenswerk aktiv.</p> <p>Er hat viel Glück im Leben gehabt. Er wollte Glück haben und ließ sich niemals unterkriegen. Ein Lebenskünstler sei er gewesen, so haben Sie mir gesagt.</p> <p>Und die Kunst des Lebens wird ganz besonders und alles überragend daran deutlich, dass er seine Krankheit überwand, die damit begann, dass er nicht ins Glas gespuckt hat.</p> <p>Daraus entwickelte sich dann aber eine stärkere Suchtabhängigkeit. Er selbst hat darunter sehr gelitten und seine Familie ebenso. Doch dann fand er Ende der 70er Jahre mit der Hilfe von dem verstorbenen <strong>Dr. Engeln</strong> den generellen Absprung. Bis zu seinem Tod blieb er konsequent abstinent. Das alleine ist die allergrößte Lebenskunst und Lebensleistung, die er vollbracht hat.</p> <p>Im Jahr seiner Heilung fand er auch zu Werder Bremen.  Als Junge hatte er Fußball gespielt.  Aber dann in der Nachkriegszeit spielte er Hallenhandball, weil er sich die Fußballschuhe nicht leisten konnte. Bei Fisch ins Land spielte er in der Mannschaft aktiv mit.</p> <p>Doch 1979 brach bei ihm das Werder-Fieber aus. Er wurde Mitglied im Verein, besorgte sich eine Dauerkarte und jedes Wochenende, an dem gespielt wurde, war für ihn Werder-Zeit. Er litt ganz fürchterlich, wenn seine Mannschaft verlor oder im Abstieg begriffen war und wenn sie siegten oder auch aufstiegen, feierte er mit Begeisterung und ließ sich die Feiern auch etwas kosten.</p> <p>Er fuhr mit nach Jerusalem, Brügge, Minsk, Prag, Istanbul, Mailand, Lissabon und zu anderen Auswärtsspielen.</p> <p>Jeder Pokal, jede Meisterschaft wurde auch im Betrieb gefeiert.</p> <p>Aber auch die Vereine in Bremerhaven, die sich um den Jugendfußball kümmerten, fanden seine Begeisterung und Zuwendungen, angefangen von Süßigkeiten über Sachleistungen bis hin zu Geldspenden. <em><strong>„Die Alten haben genug“</strong></em> meinte er, „man muss die Jungen unterstützen.“</p> <p>Sich selbst gegenüber war er sehr sparsam, aber wenn er jungen Menschen helfen konnte, tat er das schnell und gerne.</p> <p>Die Kinder und Jugendlichen waren ihm sein ein und alles. Das fing bei seinen eigenen Kindern an, setzte sich über die Enkelkinder fort und endete noch lange nicht bei den Kindern und Jugendlichen in den Vereinen.</p> <p>Wie haben Sie mir gesagt:<em><strong> „Wo Opa war, da leuchtete es!“</strong></em><br /> Aber in unserem Gespräch habe ich mir auch Oma sehr genau angesehen. Auch ihre lustig-listige Art hat mir das Herz ganz warm gemacht.</p> <p>Und ich denke auch, dass hinter einem großen Mann immer – ohne Ausnahme – eine ganz große Frau steht. Seine Erfolge sind auch ihre Erfolge.</p> <p>Bis November 2004 war er noch jeden Tag im Geschäft. Doch dann ging das nicht mehr.</p> <p>Er war gefallen und hatte sich unglücklich auf den Rücken gelegt. Lunge und Herz nahmen das zum Anlass, Probleme zu machen.</p> <p>Er kam ins Krankenhaus und wurde nach gewisser Zeit nach Bremen, in die St. Jürgen Klinik verlegt. Unterwegs meinte er noch: <strong><em>„Kinder, lasst mich gehen. Ihr bringt mich von einem Knast in den anderen, und das auch noch ohne Zeug.“</em></strong><br /> {mospagebreak}<br /><img alt="" height="1" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/fba1bb89699d447ab4f6855447f49c9d" width="1" />Auch ein glückhaftes Leben macht am Ende den Menschen müde. Er war müde geworden und wollte nun nicht mehr.</p> <p>Am 06.05.2005 tat ihm sein starkes Herz den großen Gefallen und hörte für immer auf zu schlagen.</p> <p>Er ist dort, wo es kein Leid mehr gibt.</p> <p><strong>Teil 3: Abschied</strong></p> <p>Es ist Zeit, Abschied zu nehmen.</p> <p>Dazu ist es notwendig, dass Sie Ihren Frieden mit dem Verstorbenen und seinem Tod machen.</p> <p>Während Sie das bei sich selbst entscheiden, werde ich dem Verstorbenen ein letztes Vaterunser widmen. Ich benutze dazu den Text aus dem Matthäusevangelium:</p> <div align="center"> <em><strong>Unser Vater in dem Himmel.</strong></em><br /><em><strong>Dein Name werde geheiligt.</strong></em><br /><em><strong>Dein Reich komme.</strong></em><br /><em><strong>Dein Wille geschehe auf Erden </strong></em><br /><em><strong>wie im Himmel. </strong></em> <p><em><strong>Unser tägliches Brot gib uns heute</strong></em><br /><em><strong>und vergib uns unsere Schulden</strong></em><br /><em><strong>wie wir unseren Schuldigern vergeben.</strong></em></p> <p><em><strong>Und führe uns nicht in Versuchung,</strong></em><br /><em><strong>sondern erlöse uns von dem Übel;</strong></em><br /><em><strong>denn dein ist das Reich und die Kraft</strong></em><br /><em><strong>und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, amen.</strong></em></p></div> <p> Wir verabschieden uns hier in der Kapelle von dem Verstorbenen, weil er sofort anschließend auf dem Alt-Wulsdorfer Friedhof beigesetzt werden soll und der eine oder andere sicherlich dorthin nicht mitkommen kann.</p> <p><strong>Herbert Franke</strong> ist am 10.11.1928 geboren und am 06.05.2005 für immer von uns gegangen.</p> <p>Dietrich Bonhoeffer sagt:</p> <p><em><strong>„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.<br /> Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.“</strong></em></p> <p><strong>Ruhe in Frieden.</strong></p> </div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span>admin</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sa., 18.03.2017 - 22:44</span> <div class="field field--name-field-verstorbene field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">verstorbene</div> <div class="field__item"><a href="/index.php/verstorbene/f" hreflang="de">F</a></div> </div> Sat, 18 Mar 2017 21:44:05 +0000 admin 59 at https://www.elohim.io Kurt Fechner https://www.elohim.io/content/kurt-fechner <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Kurt Fechner</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><table align="center" border="0" cellspacing="2" width="100%"><tbody><tr><td> Name</td> <td> <strong>Fechner</strong></td> <td rowspan="14"> <a href="http://www.elohim.io/content/kurt-fechner-photos"><img alt="Kurt Fechner" height="189" src="http://www.elohim.io/sites/default/files/pictures/kurtfechner/Fechner-2.jpg" width="150" /></a></td> <td> </td> </tr><tr><td> Vorname</td> <td> <strong>Kurt</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> <strong>10.11.1928</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Gestorben</td> <td> <strong>05.12.2007</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Ort</td> <td> <strong>Bremerhaven</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Friedhof</td> <td> <strong>Weserstraße</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Datum</td> <td> <strong>10.12.2007</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Redner</td> <td> <strong><strong><a href="http://www.freier-redner.de/" target="_blank" title="Freier Redner Uwe Peters"><strong><span class="TXTSubHead">FREIER REDNER: Uwe Peters</span></strong></a></strong></strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Bestatter</td> <td> <strong>Bestattungsinstitut Koop</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Homepage</td> <td> </td> <td> </td> </tr></tbody></table><p> Liebe Angehörige und Freunde<br /> des verstorbenen</p> <p><strong>Kurt Fechner</strong></p> <p>{gallery}<a href="http://www.elohim.io/content/kurt-fechner-photos">kurtfechner</a>{/gallery}</p> <p>Wir sind hier zusammengekommen zu dieser Trauerfeier aus vielerlei Gründen.</p> <p>Da ist zunächst unser gemeinschaftliches und traditionelles Erbe. Wenn ein Mensch gestorben ist, zu dem man nähere oder weitere Beziehungen hatte, dann geht man zur Trauerfeier. Das gehört sich so.</p> <p>Dabei ist es dann fast egal, wie die ganze Sache abläuft.</p> <p>Bei Ihnen jedoch, den Angehörigen, mit denen ich das Vorrecht hatte persönlich zu sprechen, scheint mir ein ganz persönliches Bedürfnis da zu sein, welches in die Richtung geht, von dem Verstorbenen in einem feierlichen Rahmen Abschied zu nehmen und sein Leben noch einmal zu würdigen.</p> <p>Sie haben mir viel von dem Verstorbenen erzählt und ich hatte den Eindruck, dass dieses „viele“ in einem inneren Bild in Ihnen fest verankert ist und seinen Tod lange überdauern wird.</p> <p>Sie haben ein voll eingerichtetes Lebenshaus als geistiges Erbe übernommen und suchen nun nach Möglichkeiten die Fülle seines Lebens, die in Ihnen gespeichert ist, in Ihr weitergehendes Leben sinnvoll einzuordnen.</p> <p>Der Fremde, der Redner in diesem Falle, soll Ihnen aus seiner neutralen und fremden Sicht dabei behilflich sein, das Leben und den Tod des Verstorbenen aus dem Besonderen und Einzelnen – in den Wissenschaften nennt man diese Methode die induktive Methode – für alle zugänglich zu machen.</p> <p>Das Leben und der Tod eines Menschen sind ein sich ständig wiederholendes Ereignis, von dem zu erwarten ist, dass es sich eingliedern lässt in den großen Strom des Lebens und des Todes.</p> <p>Indem wir das Leben und den Tod des Verstorbenen nach dieser Methode bearbeiten (induktiv) nehmen wir besonders seinem Tod die Schärfe und den Schmerz des Verlustes.</p> <p><em>Geteiltes Leid ist halbes Leid</em>“, sagt ein Sprichwort und wenn alle so etwas erlebt haben, ist es immer leichter alles zu ertragen.</p> <p>Indem wir Leben und Sterben des Verstorbenen verallgemeinern, erleichtern und helfen wir damit die persönlich Betroffenen.</p> <p>Plakativ gesagt würde das so klingen: Wenn Goethe, Albert Schweitzer und Willy Brand sterben mussten, dann tut es nicht mehr so weh, wenn unser Kurtmann – so haben Sie ihn genannt - verstorben ist.</p> <p>Aber es gibt noch einen zweiten Schritt, den wir tun müssen.</p> <p>Indem wir das Leben des Verstorbenen verallgemeinern, also induktiv bearbeiten, machen wir es zugänglich als Fundus und als Steinbruch für die Zukunft.</p> <p>Wir können das Leben des Verstorbenen nicht 1:1 einfach übernehmen. Es ist seine eigene gewordene Individualität. Wir aber haben unsere eigene.</p> <p>Wir müssen ihn zum „Allgemeinen“ machen, damit wir das für uns herausholen und aufbewahren, was für uns wichtig und brauchbar ist.</p> <p>In den Wissenschaften wird diese Methode als Deduktion – die Ableitung des Einzelnen und Besonderen vom Allgemeinen – bezeichnet.</p> <p>Es ist die umgekehrte Methode, die wir eben besprochen haben.</p> <p>In diesem Sinne schrieb der englische Dichter William Wordsworth (07.04.1770 – 23.04.1850).<br /> „<em>Ich möchte den Geist der Vergangenheit für zukünftige Heilung einbalsamieren.</em>“</p> <p>Und noch ein Zitat. Italo Svevo schrieb im Anfang des 20. Jahrhunderts (19.12.1861 – 13.09.1928):<br /> „<em>Die Vergangenheit ist immer neu. Sie verändert sich dauernd, wie das Leben fortschreitet. Teile von ihr, die in Vergessenheit versunken schienen, tauchen wieder auf, andere wiederum versinken, weil sie weniger wichtig sind.<br /> Die Gegenwart dirigiert die Vergangenheit wie die Mitglieder eines Orchesters. Sie benötigen diese Töne und keine anderen.<br /> So erscheint die Vergangenheit bald lang, bald kurz. Bald klingt sie auf, bald verstummt sie. In die Gegenwart wirkt nur jener Teil des Vergangenen hinein, der dazu bestimmt ist, sie zu erhellen oder zu verdunkeln.</em>“</p> <p>Das Obst, welches unsere Mütter im Herbst jeden Jahres eingemacht haben, musste haltbar gemacht werden. Heute übernimmt die Gefriertruhe diese Arbeit.</p> <p>Die Geschichte des Verstorbenen haltbar machen, gelingt nur mit der induktiven Methode, indem wir ihn zu einem „Herrn jedermann“ mit einigen besonderen Merkmalen machen.</p> <p>Wenn wir dann seine Hilfen und Anleitungen, seine Ratschläge und Techniken im konkreten Fall benötigen, kann das nur mit der deduktiven Methode gelingen. Weil er dieses und jenes so und nicht anders gemacht hat, hat er uns ein Modell gegeben, dem wir folgen können.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0fc53d37bb19469ca3aa253c6fd6794c" width="1" />Odo Marquard hat den für jede Trauerfeier entscheidenden Satz geprägt:</p> <div align="center"><strong>Zukunft braucht Herkunft</strong></div> <p> </p> <p>Kurtmann ist unumgänglich für Ihre Zukunft.</p> <p>Wenn er für Ihre Zukunft eine Grundlage sein soll, müssen wir ihn verallgemeinern. Sein Einzelsein und seine Individualität können wir nicht nachleben. Wir selbst sind Einzelne und individuell. Wollten wir in seine Haut schlüpfen, würden wir uns selbst verraten.</p> <p>Nur wenn wir ihn verallgemeinern, kann er dann Ratgeber, Beistand und Hilfe für unsere – Ihre – eigene und individuelle Zukunft sein.</p> <p>In diesem Prozess der Verallgemeinerung – in dieser Metamorphose - von dem Einzelnen und Individuellen zum Allgemeinen und davon zurück zur Ihrem besonderen und individuellen Leben in der Zukunft, kann dann das geschehen - wenn dieser Prozess korrekt verläuft - was der große Psychotherapeut Milton Erickson in einer therapeutischen Situation so ausdrückte:</p> <div align="center"><em>„Niemand ist zu alt, als dass er nicht eine glückliche Kindheit gehabt haben kann.“</em><br />   <div align="left">Ich fasse zusammen:</div> <div align="left">Das Leben ist auf die Zukunft hin ausgerichtet. Die Mediziner sagen: „Es gibt für diesen Patienten keine Hoffnung mehr“, und meinen damit, dass er bald sterben wird.Leben ist grundsätzlich Hoffnung und hat nur eine Richtung, die, die in die Zukunft hineinführt. Wenn wir uns mit einem verstorbenen Menschen intensiv beschäftigen, dann immer unter dem Blickwinkel der Hilfe für die Zukunft. Wenn wir also zurückblicken, dann tun wir das immer mit dem Motiv:<em> „wie können wir den Befund des Rückblickes für unsere Zukunft gebrauchen?“</em></div> <div align="left"> </div> <div align="left">Das wollen wir jetzt näher untersuchen anhand seines konkreten gelebten Lebens. <p><strong>Teil 2: Würdigung des Verstorbenen</strong></p></div> <div align="left"> </div> <div align="left">Am 28.03.1917 ist <strong>Kurt Fechner </strong>in Schwiebus, Mark Brandenburg, zu uns in diese Welt gekommen. Er war das älteste von insgesamt 5 Kindern. Von seinen nachgeborenen Geschwistern Grete, Günter, Werner und Erika leben noch Günter und Erika und trauern um ihren großen Bruder.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Nach seiner Schulzeit in Schwiebus erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers. Die damals überlange Lehrzeit in diesem hochspezialisierten Beruf gab ihm die Chance, den RAD zu umgehen und sich gleich freiwillig bei der Marine zu melden.</div> <div align="left"> </div> </div> <div align="left">Aus seiner Marinezeit sind seine besonderen Schiffe das Linienschiff „Schlesien“ und der Hilfskreuzer „Thor“, der gegen Ende des Krieges in Japan versenkt wurde.</div> <div align="left">Der „Handelsstörkreuzer 4“ war ein umgebauter Bananendampfer und machte seine erste Kaperfahrt unter Kapitän Otto Kähler und die zweite Fahrt unter Kapitän Günther Gumpich.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Auf seinen zwei Fahrten versenkte die „Thor“  insgesamt 148 640 BRT Schiffsraum speziell im Südatlantik.</div> <div align="left">Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er für den Rest des Krieges auf Minensuchern eingesetzt.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Auch wenn er laufend im Einsatz war, für seine Ingelore musste immer etwas Zeit zu erübrigen sein. Er hatte die junge, wunderschöne und attraktive Ingelore Peters als Zivilangestellte und Sekretärin an der Marineschule kennen- und lieben gelernt.</div> <div align="left">Am 24.11.1943 haben sie in Wesermünde ihren Bund für ein langes gemeinsames Leben geschlossen, den dieser Tod nun  für immer geschieden hat.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Ihnen ist der nun um den Vater trauernde Sohn Wolfhard (27.06.1944) geboren.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Nach kurzer Internierung arbeitete er bei den Amerikanern und als Bahnpolizist, bis er Anfang der 50er Jahre bei der LSUB auf unter US-Flagge fahrenden Minensuchern als Leitender Maschinist eingesetzt wurde.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Als 1956 die Bundeswehr sich wieder neu konstituiert hatte, war er als Mann der ersten Stunde mit dabei. Er fuhr als Leitender Maschinist auf verschiedenen Schiffen der Bundeswehr und übernahm später auch unterschiedliche und wichtige Funktionen an Land. Sein Sohn erinnert sich an die verschiedenen Dienstorte wie Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven und Kiel.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">1969 wurde er von der Bundeswehr als Hauptbootsmann pensioniert. Doch der aktive Mann wollte nicht den totalen Ruhestand. Er arbeitete ca. 20 Jahre bei verschiedenen Firmen, wie z.B. Farbwerke Steuerrad und die Fischverarbeitung Ifico (Internationale Fischhandels-Company mbH).</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Mit dem Beginn der 90er Jahre war endgültig Schluss mit der Arbeit.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Sie haben in Ihrem Bericht über Ihren Vater seine besonderen Interessen klar gegliedert.</div> <div align="left">Er war sehr interessiert, welches die Aktualitäten der Zeit waren. Über Tageszeitungen und Wochenzeitschriften informierte er sich lesend, wie er es lebenslang gewohnt war.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Das Fernsehen erweiterte seine Interessen in Richtung Hobby und Kurzweil. Dazu gehörten Sport und besonders Tiersendungen. Schließlich hatte er selbst 15 Jahre lang den kleinen Münsterländer „Don“ im Hause.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Er war ein wirklicher Tierfreund, der auch mit Tieren umzugehen verstand. Seine große Liebe und Fürsorge für die Tiere uferte nie in Tierschwärmerei aus, sondern als alter Hauptbootsmann war er geradezu prädestiniert mit absoluter Autorität und großer Tierliebe alle Tiere, die mit ihm in nähere Verbindung kamen, sofort als gehorsame Freunde zu gewinnen. Seine Schwiegertochter hat ihn oft um diesen Bezug zu den Tieren beneidet.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Der geistig rege Mann fuhr bis Mitte September 2006 noch selbst sein Auto.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Und natürlich vergaß er niemals seine Herkunft in Form seiner alten Marinekameraden. Besonders seinen alten Freunden vom Hilfskreuzer „Thor“ blieb er bis zu seinem Tode verbunden.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Der immer kerngesunde Mann musste es zu seinem Leidwesen erleben, dass auch der gesundeste Körper altert.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Mit seiner Ingelore zog er dann doch endgültig in das Heim nach Lintig. Sein gesundheitlicher Abbau umfasste wesentlich seinen Körper, während der gesundheitliche Abbau bei seiner geliebten Ingelore, dieser ehemaligen „Dame von Welt“ stärker die Hirnfunktionen angriff.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Am 05.12.2007 ist er auf seine letzte Reise gegangen, von der es keine Wiederkehr mehr gibt.</div> <div align="left"> </div> <div align="left"><strong>Teil 3:Abschied</strong></div> <div align="left"> </div> <div align="left">Wir müssen Abschied nehmen.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Dazu ist es notwendig, dass Sie alle Ihren Frieden mit dem Verstorbenen machen. </div> <div align="left">Eine Alternative dazu gibt es nicht.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Während Sie das bei sich selbst bedenken und beschließen, werde ich dem Verstorbenen einen Text aus meinen Unterlagen widmen:</div> <p> </p> <div align="center"><em>Mein Bekenntnis <p>Meine Kirche ist die Welt<br /> und mein Dach das Himmelszelt.<br /> Mein Friedhof ist die See,<br /> die mich schützt - bei Sonne und im Schnee.</p> <p>Meine Orgel ist der Wind,<br /> die mal zart, mal stark erklingt;<br /> manchmal auch mit Sturmesbrausen<br /> mich erreicht - auf See - dort draußen.</p> <p>Meine Kerzen sind die Sterne,<br /> die mir leuchten aus der Ferne.<br /> Und die Sonne ist mein Licht,<br /> das durch alle Trauernebel bricht.</p> <p>Meine Tränen sind der Regen,<br /> der sich auswirkt wie ein Segen,<br /> und die Wolken der Trübseligkeit<br /> verwandelt in die große Fruchtbarkeit.</p> <p>Meine Kränze sind das "Stirb und Werde"<br /> mit den Schleifen meiner Zeit.<br /> Meine Blumen stehen hier<br /> als herrliche Erinnerung mit Dir.</p> <p>Mein Ziel ist die Unendlichkeit,<br /> die ist - wie das Meer - so weit!<br /> Uwe Peters</p></em></div> <p> </p> <div align="center"> </div> <div align="left">Nachdem wir unseren letzten gemeinsamen Weg mit dem Verstorbenen gegangen sind, betten wir nun Kurt Fechner, der zu uns am 28.03.1917 in diese Welt gekommen ist und am 05.12.2007 für immer von uns dorthin zurückging, woher er zu uns kam, zu seiner letzten Ruhe.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Wir wollen nicht klagen, weil wir ihn verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir ihn unter uns hatten.</div> <div align="left"> </div> <div align="left">Wir wollen ihn mit Blumen und Erde zudecken, damit niemand seine Ruhe stört.</div> <div align="left"> </div> <div align="left"> </div> <div align="left"><strong>Ruhe in Frieden.</strong></div> </div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span>admin</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sa., 18.03.2017 - 22:37</span> <div class="field field--name-field-verstorbene field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">verstorbene</div> <div class="field__item"><a href="/index.php/verstorbene/f" hreflang="de">F</a></div> </div> Sat, 18 Mar 2017 21:37:25 +0000 admin 58 at https://www.elohim.io Elly Flint https://www.elohim.io/content/elly-flint <span class="field field--name-title field--type-string field--label-hidden">Elly Flint</span> <div class="clearfix text-formatted field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><table align="center" border="0" cellspacing="2" width="100%"><tbody><tr><td> Name</td> <td> <strong>Flint</strong></td> <td align="center" rowspan="14"> <a href="http://www.elohim.io/content/elly-flint-photos"><img alt="Elly Flint" height="187" src="http://www.elohim.io/sites/default/files/pictures/ellyflint/flint%2007.jpg" title="Elly Flint" width="150" /></a></td> <td> </td> </tr><tr><td> Vorname</td> <td> <strong>Elly</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> <strong>Ostermann</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Geboren</td> <td> <strong>08.04.1920</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Gestorben</td> <td> <strong>27.04.2007</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Ort</td> <td> <strong>Bad Bederkesa</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Friedhof</td> <td> <strong>Bad Bederkesa</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Datum</td> <td> <strong>03.05.2007</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> </td> <td> </td> <td> </td> </tr><tr><td> Redner</td> <td> <strong><strong><strong><a href="http://www.freier-redner.de/" target="_blank" title="Freier Redner Uwe Peters"><strong><span class="TXTSubHead">FREIER REDNER: Uwe Peters</span></strong></a></strong></strong></strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Bestatter</td> <td> <strong>Gosda - Bestattungen</strong></td> <td> </td> </tr><tr><td> Homepage</td> <td> </td> <td> </td> </tr></tbody></table><p> </p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" /><strong>Elly Flint</strong></p> <p><strong>08.04.1920 – 27.04.2007</strong></p> <p>{gallery}<a href="http://www.elohim.io/content/elly-flint-photos">ellyflint</a>{/gallery}</p> <p> Trauerfeier am 03.05.2007 um 14:00 Uhr auf dem Friedhof Bad Bederkesa<br /> durch Gosda - Bestattungen, Bad Bederkesa.</p> <p>Liebe Angehörigen und Freunde der verstorbenen</p> <p><strong>Elly Flint</strong></p> <p>Wir sind hier zusammengekommen, um drei Dinge miteinander zu bearbeiten:</p> <p>- Krankheit und Tod der Verstorbenen sind die letzten starken Eindrücke, welche mit ihrer negativen Wucht Ihr jetziges Denken und Leben beherrschen. Das muss bearbeitet werden, damit es in Ihnen zur Ruhe kommen kann.</p> <p>-Zweitens brauchen Sie die Verstorbene und ihre Geschichte für Ihre Zukunft. Deshalb müssen wir sie so aufbereiten, dass sie zukunftsfähig wird.</p> <p>- Und schließlich müssen wir auch von dem körperlichen Leben der Verstorbenen endgültigen Abschied nehmen.</p> <p><strong>Teil 1: Hilfe für die Hinterbliebenen</strong></p> <p>Den eigenen Tod stirbt man nur, heißt es, aber mit dem Tod des andern muss man leben.</p> <p>Wir sind uns einig darüber, dass genau dieses Weiterleben nach dem Tod des anderen die schwerere Aufgabe ist.</p> <p>- Diese, unsere Aufgabe ist durchaus mit der Aufgabe des alten griechischen Helden Sisyphus zu vergleichen.<br /> - Diese Aufgabe ist aber auch zugleich ein Schlüssel für das Leben der Verstorbenen.</p> <p>Es gibt in der alten griechischen Mythologie die kurze Geschichte von dem Sisyphus, der den Tod gefesselt hatte und zur Strafe deshalb immer wieder einen Felsbrocken auf die Spitze  eines hohen Berges hinaufbringen musste  um oben zu erfahren, dass er sofort wieder herunter fällt, sobald er dort angelangt ist.</p> <p>Diese Geschichte ist sehr zutreffend für Sie,</p> <p>- einerseits als Lebensdeutung für die Verstorbene,<br /> - und andererseits für uns alle, die wir den Tod in unserem Leben zur Zeit entmachtet (gefesselt) haben.</p> <p>Unser Leben erscheint uns oft wie die Aufgabe des Sisyphus, wie mühen uns unser Leben lang ab und am Ende winkt uns der Tod. Hat das alles überhaupt noch Sinn?<br /> Nein, natürlich nicht. Das Leben ist grundsätzlich sinnlos. Erst wir geben ihm Sinn. Der kann sich sogar von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt verändern.</p> <p>Aber welches ist die Alternative? Die Alternative dazu ist nach der Sage - und unserer täglichen Erfahrung - der Tod.</p> <p>Die Sage erzählt uns, dass wir entweder den Tod gefesselt haben – dann müssen wir die Aufgabe des Sisyphus erfüllen oder der Tod wird frei – wie im Falle unserer Verstorbenen, dann zwingt uns niemand und nichts mehr zu dieser Sisyphusaufgabe.</p> <p>Diese Alternative jedoch wollen wir nicht. Wir wollen weiterleben. Das heißt, uns bleibt keine Wahl, die Aufgabe des Sisyphus ist unsere Aufgabe.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" />Diese Aufgabe lässt sich nur im Detail lösen.</p> <p>Genau wie der Sisyphus immer ganz genau hingucken musste, wo und wie er den Felsbrocken wieder ein Stück aufwärts bekommt, genauso besteht der Sinn unseres Lebens darin, dass wir jede kleine Chance, die das Leben uns gibt, wahrnehmen und ausnutzen. Dass wir genau hingucken, dass wir Wahrnehmung lernen.</p> <p>Im Zen-Buddhismus ist Wahrnehmung die größte und entscheidende Aufgabe des Schülers. Wer ein Meister in der Wahrnehmung ist, wird im Zen überall als Meister anerkannt.</p> <p>In solchen Verlustsituationen, die jeder Tod mit sich bringt, schaltet die Biologie in uns erst einmal die Wahrnehmung auf ein überlebenswichtiges, reduziertes und nur notwendiges Maß herunter.<br /> Beispiel:<br /> Viele Menschen gehen z.B. von einer Trauerfeier wieder nach Hause und unterhalten sich dann darüber. Immer wieder sagt der eine oder der andere dann: „Nein, das habe ich überhaupt nicht gesehen. So ist das gewesen? Das habe ich gar nicht mitgekriegt!“</p> <p>Der Sisyphus in unserer Geschichte muss ganz sorgfältig wahrnehmen. Er muss jede Ecke und Kante wahrnehmen und überlegen, wie er den Felsbrocken - ein bisschen links oder ein bisschen rechts - leichter voran – aufwärts - bekommt.</p> <p>Die Betäubung, die ein Tod mit sich bringt, zu überwinden, ist unsere erste und wichtigste Aufgabe. Wir müssen wach werden, wahrnehmen.</p> <p>Das Nächste, was wir bei Sisyphus lernen ist, das wir einfach nur das tun, was anliegt.<br /> Wir versorgen unseren Haushalt, unsere Einkäufe, unsere Besorgungen und unsere Arbeit. Wir konzentrieren uns darauf.</p> <p>Natürlich hängen unsere Glieder wie Blei an unserem Leib und jede Bewegung kostet uns Überwindung.</p> <p>Aber wenn wir uns überwunden haben und das Notwendige, das Nützliche und das Wichtige getan haben, erfüllt uns ein stilles Gefühl der Zufriedenheit. Wir haben etwas bewirkt. Wir haben etwas getan. Wir haben wieder eingegriffen in den Lauf der Welt und sind aus der passiven Opferrolle herausgekommen. Wir haben etwas getan und bewirkt.</p> <p>Natürlich sind wir auch weiterhin schwermütig und alles das bewirkt keine Wunder. Aber wir haben uns in das weiterfließende Leben eingeklinkt, wir machen wieder mit und der Fluss des Lebens umspült uns wieder.</p> <p>Drittens lernen wir bei Sisyphus, das wir zwischen den tiefen gefühlsmäßigen Abstürzen im Laufe der Zeit mal wieder kurzfristig lachen können und dass es Augenblicke gibt, in denen wir nicht an die Sinnlosigkeit der ganzen Lebensveranstaltung denken müssen. Es gibt Momente, in denen die vergehende Schönheit des Lebens, die ganze Pracht der Vergänglichkeit und das Entzücken an den viel zu schnell vergehenden glücklichen Situationen des Lebens, uns gefangen nimmt. Das können und sollen wir genießen.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" />Auch bei der stets vergeblichen Aufgabe des Sisyphus gab es Augenblicke der Erleichterung und auch schon mal so etwas wie Freude. Er blickte zurück und sah, was er schon geschafft hatte. Dabei war der letzte Meter schon wieder ein schöner Erfolg.</p> <p>So geht es uns auch. Wenige Male am Tag überkommt uns schon mal ein – wenn auch nur vorübergehendes - positives Gefühl.</p> <p>Das ist kein Verrat an der düsteren Wahrheit des Lebens. Wir müssen deshalb kein schlechtes Gewissen haben.</p> <p>Ohne ein positives Lebensgefühl kann man nicht leben.Zu dieser Aufgabe des Lebens gehört, dass wir unser Tagewerk so vollbringen, dass wir es am nächsten Tag auch noch tun können.  Das geht aber nur, wenn unser Tagewerk uns zufrieden macht, wenn es für uns Erfüllung sein kann, kurz ein gutes Leben ist.</p> <p>Sisyphus ist in uns allen. Die Götter haben irgendwann den Tod wieder befreit. Solange der Tod in unserem Leben gebunden und gefesselt ist, kommen wir an Sisyphus Aufgabe nicht herum. In Elly Flint`s Leben ist der Tod wieder befreit. Sie muss Sisyphus Aufgabe nicht mehr erfüllen.</p> <p>Wir aber wollen die schwere Last noch ein kleines Stück weiter nach oben schieben. Wir geben nicht auf. Wir machen aus allem das Beste. Wir sind unverbesserliche Positivisten. Wir gewinnen allem eine positive Seite ab; denn das brauchen wir für unser Leben wie das tägliche Brot und um unsere Sisyphusaufgabe zu erfüllen.</p> <p>Die Sisyphusaufgabe der Verstorbenen wollen wir jetzt ganz konkret anhand ihrer Lebensdaten und Ihrer Erinnerungen ansehen:</p> <p><strong>Teil 2: Würdigung der Verstorbenen</strong></p> <p>Der Schriftsteller Oscar Wilde hat den berühmten Satz in die Welt gesetzt: „Was nicht gesagt wird, existiert nicht. Erst das Wort gibt den Dingen Realität.“</p> <p>Damit liegt er auf der gleichen Linie wie vor ihm der Schreiber des Johannesevangeliums, wenn der sein Evangelium einleitet mit den Sätzen: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“</p> <p>Wenn wir jetzt über die Verstorbene reden, schaffen wir nach atheistischem Verständnis dadurch Realität.</p> <p>Nach theologischem Verständnis bewirkt unser Reden über sie, dass wir sie in Gott eingliedern. Gott ist in der Theologensprache die letzte Realität.<br /> Nach atheistischem Verständnis machen wir das Leben der Verstorbenen dadurch real, dass wir darüber reden:</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" />Die einmalige und unwiederholbare Geschichte der Verstorbenen begann am 08.04.1920 in Hamburg. An diesem längst vergangenen Tag tat</p> <div align="center"><strong>Elly Ostermann</strong></div> <p>dort ihren ersten Schrei.</p> <p>Sie lebte als Einzelkind auf Anraten der Ärzte überwiegend in Userin bei Neustrelitz bei den Großeltern.Dort begann sie ihre Schulzeit ein Jahr früher als üblich. Sie muss eine gute Schülerin gewesen sein. Die ersten zwei Schuljahre in ihrem Leben waren von der Plattdeutschen Sprache geprägt.<br /> Doch dann war die paradiesische Zeit bei den Großeltern zu Ende, weil ihre Eltern sie nach Hamburg zurückholten. Im vornehmen Hamburg wurde Hochdeutsch gesprochen. Für sie war das eine große Umstellung.</p> <p>In ihrer Hamburger Schule wurde ihre starke doppelseitige Sehschwäche festgestellt. Dennoch kam sie erst nach einem Sturz aus der Straßenbahn in augenärztliche Behandlung.</p> <p>Sie war ein lebhaftes Mädchen. Bei einer Klettertour über ein Schuppendach stürzte sie und von ihrer Kopfverletzung blieb lebenslang eine Narbe auf der Stirn zurück.</p> <p>Das begabte junge Mädchen schaffte dennoch die Mittlere Reife und brauchte anschließend eine Lehrstelle, um sich eine eigene berufliche Exstenz aufzubauen. Die bekam sie nicht, wegen ihrer Sehschwäche.<br /> Daraufhin eröffnete die resolute Mutter eine Heißmangel, in der sie mitarbeiten konnte.</p> <p>Ihr Vater hatte sich selbständig gemacht und fuhr sein eigenes Taxi.</p> <p>Nach Ausbruch des Krieges wurde sie dienstverpflichtet, unbeschadet ihres Augenleidens. Als in Folge eines Sturzes für sie eine neue Brille notwendig wurde, wurde erneut ihr schweres Augenleiden amtlich festgestellt und sie nach Hause geschickt.</p> <p>Ihr großer Wunsch war es, Kindergärtnerin zu werden. Doch ihre Augenprobleme sorgten dafür, dass sie überall abgelehnt wurde.</p> <p>In ihrer Tochter konnte sie ihren eigenen Berufswunsch verwirklichen, denn diese schaffte beruflich, was ihr selbst verwehrt worden war.</p> <p>Sie nutzte die Zeit und ging zur Handelsschule und ließ sich zur Kontoristin, heute heißt das Bürokauffrau, ausbilden.<br /> Sie fand, wie sie selbst schrieb, einen verständnisvollen Arbeitgeber und wenn nicht der Krieg gewesen wäre, wäre ihr Leben in ruhigen Bahnen verlaufen.</p> <p>Die Angriffe auf Hamburg zerstörten Mutters Geschäft. Nach einem Fliegerangriff wurde sie selbst schwer verletzt und ihre Probleme mit dem linken Fußgelenk blieben ihr als Andenken an den Fliegerangriff lebenslang erhalten. Erst nach geraumer Zeit kam der Vater aus der französischen Gefangenschaft zurück.</p> <p>Doch sie ließ sich nicht entmutigen. Gegen Ende des Krieges lernte sie den schneidigen Willi Flint kennen und lieben. Er war im Zivilberuf Feinmechaniker und als endlich der Krieg und seine direkten Folgen überwunden werden konnten, haben die Liebenden am 17.05.1947 in Hamburg geheiratet.</p> <p>Ihr Willi hatte bei ihrem Vater als Taxifahrer gearbeitet und dabei hatten sich die Liebenden kennen gelernt.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" />Sie selbst hatte viel Glück in ihrer beruflichen Tätigkeit und konnte mit ihrem Einkommen als Kaufmännische Angestellte den gemeinsamen Haushalt finanzieren. Ihr Willi arbeitete dann auch in seinem Beruf und ein Blitzlicht auf die damalige soziale Struktur ist dies:</p> <p>Sie arbeitete als Angestellte und ihr Willi als Arbeiter. Das war seinerzeit ein großer sozialer Unterschied, der sich bis heute noch in der „Landesversicherungsanstalt für Arbeiter“ und der „Bundesversicherungsanstalt für Angestellte“ erhalten hat.</p> <p>In der Ehe der verstorbenen spielte das keine große Rolle, nur insofern, dass ihr Willi sehr viel Hausarbeiten übernommen hat und sich intensiv für die Kinder zuständig wusste. Er gehörte zu den ersten „Hausmännern“ im Nachkriegsdeutschland.</p> <p>Die Eheleute ergänzten sich und lebten den Kindern eine harmonische Beziehung vor.</p> <p>In dieser schwierigen Zeit hatten die Eheleute den Mut zu eigenen Kindern. Ihnen wurde der nun um die Mutter trauernde Sohn Wolfgang (18.07.1949) und die nun um die Mutter trauernde Tochter Birgit (15.01.1954) geboren.</p> <p>1957 endlich konnte ihr Willi einen optimalen Arbeitsplatz in Bremerhaven bei der Firma LUDOLPH bekommen.</p> <p>Sie selbst hatte sich trotz ihrer Sehschwäche in der Buchhaltung top eingearbeitet und fand Arbeit bei der GEG – Fischkost.</p> <p>Die weiteren Arbeitsstätten in ihrem Berufsleben sind die Firm FIMEX, HANS-HEINRICH HOLSTEN und schließlich bis zur Rente die Firma FIGA – FISCHGASTSTÄTTEN EINKAUF. 1984 ging sie in den wohlverdienten Ruhestand.</p> <p>Sie wollte eigentlich schon 1981 in den Ruhestand gehen, damit sie und ihr Willi noch ein paar schöne gemeinsame Jahre gehabt hätten. Daraus wurde nichts, weil ihr Willi im April 1981 relativ überraschend verstarb.</p> <p>Er hatte ihr sehr viel Verantwortung und Arbeit in Ehe und Familie abgenommen und als er sein Ende nahen fühlte, seine nun schon erwachsene Tochter Birgit gebeten, diese Fürsorge für die Verstorbene fortzusetzen.<br /> Nach dem Tod von ihrem Willi zog die Verstorbene 1981 hier nach Bad Bederkesa. Ihre Birgit wohnt hier und so ergab es sich von selbst, dass sie hierher kam; denn Wolfgang lebt mit seiner Familie in Hamburg.</p> <p>Sie fühlte sich noch recht fit und da konnte ihr die berufliche und familiäre Konstellation ihrer Tochter Birgit nur recht sein; denn auf diese Weise wurde sie gebraucht.</p> <p>Ihr Enkelsohn Christian (28 J.) brauchte Oma und Oma, die mit ihren Willi niemals einen rauschenden Freundeskreis aufgebaut hatte, brauchte Christian.</p> <p>Die beiden wurden ein Herz und eine Seele und sind auch viele Male gemeinsam in die Ferien und in den Urlaub – z. B. nach Bad Tölz - gefahren. Sie sind gemeinsam viel und oft geschwommen und ihre gemeinsamen Ferien und Urlaube hatten meistens mit dem Wasser zu tun.</p> <p>Auch als Wolfgangs 4 Kinder noch klein waren, ergaben sich viele gute Kontakte.</p> <p>Hier in Bad Bederkesa wurde sie so etwas wie ein Beerster Wahrzeichen. Viele Menschen kennen sie als die Frau mit dem weißen Stock.</p> <p>Sie engagierte sich im Blindenverband unter Herrn Sethmann, war zeitweilig dort im Vorstand tätig und nahm das Angebot des Ferienhotels in Osterode gerne mehrmals an.</p> <p>Hier in Bad Bederkesa war sie im AWO-Vorstand und ihr ganz privates Hobby war der Bridge-Club. Mit ihrem Bridge-Club besuchte sie auch gerne die Bridge-Turniere und sammelte viele Punkte. Mehrfach wurde sie auch ausgezeichnet.<br /> Sie hatte sich durch ihre Augenkrankheit voll auf den Beruf konzentriert, während ihr Willi – ganz modern im Sinne der heutigen Väter und Ehemänner – sich viel mit den Kindern und dem Haushalt beschäftigte. Dadurch entwickelte sie eine gewisse Festigkeit nach außen hin, welche aber im Innenverhältnis durch viel Gefühl abgelöst wurde.</p> <p><img alt="" height="1" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2415b2764eb14e81a310b94285106e1a" width="1" />Sie bereitete sich auf die totale Erblindung vor und absolvierte ein „Stocktraining“ und damit sie nicht aus der Übung käme, ging sie immer mit dem Stock. Sie lernte die Blindenschrift und zeigte damit ein hohes Maß an Selbstverantwortung.</p> <p>Als die Hörbücher aufkamen, waren das für sie eine ganz große Freude und eine große Zunahme an Lebensqualität für sie.</p> <p>Bis vor 1 ¾ Jahr versorgte sie sich und ihren Haushalt noch völlig autark. Dann zog sie um in das Betreute Wohnen in das Haus am See.</p> <p>Die Demenzerkrankung hatte sie erwischt.</p> <p>Die Krankheitsgeschichte müssen wir uns nicht erzählen. Am 27.04.2007 ist sie im Beisein ihrer Tochter dorthin zurückgegangen, von wo sie vor 87 Jahren zu uns in diese Welt kam.</p> <p>Sie muss Sisyphus Werk nun nicht mehr erfüllen.</p> <p><strong>Abschied</strong></p> <p>Wir haben das Leben der Verstorbenen mit ihren vielen schwierigen Erfahrungen eingegliedert und plausibel gemacht mit Hilfe der uralten griechischen Sage von Sisyphus.</p> <p>Wir haben im Detail festgestellt, dass dieses überzeitliche Bild durchaus in vielen Teilen auf das Leben der Verstorbenen zutrifft und wir übernehmen ihren Mut und ihre Unermüdlichkeit auch in unsere vielen vergeblichen Bemühungen und machen deshalb einfach weiter.</p> <p>Wir geben nicht auf, weder uns selbst noch andere. Die Solidarität des Lebens gegen den Tod verlangt das von uns.</p> <p>Dennoch beschließen wir, dass alles was mit dem Leben und Tod der Verstorbenen zusammenhängt, so in Ordnung ist.</p> <p>Die gebräuchliche universale Formel in den Trauerfeiern – die uns zum Handeln auffordert - heißt dazu so oder ähnlich:</p> <p>Wir sind nun aufgefordert unseren Frieden mit dem Leben und Tod der Verstorbenen zu machen.</p> <p>Während Sie das bei sich selbst bedenken und beschließen, werde ich der Verstorbenen einen Text von Nikolaus Lenau widmen:</p> <div align="center"><strong><em>Blick in den Strom <p>Sahst du ein Glück vorübergehn,<br /> das nie sich wiederfindet,<br /> ist`s gut in einen Strom zu sehn,<br /> wo alles wogt und schwindet.</p> <p>Oh, starre nur hinein, hinein,<br /> du wirst es leichter missen,<br /> was dir, und soll`s dein Liebstes sein,<br /> vom Herzen ward gerissen.</p> <p>Blick unverwandt hinab zum Fluss,<br /> bis deine Tränen fallen,<br /> und sieh durch ihren warmen Guss<br /> die Flut hinunter wallen.</p> <p>Hinträumend wird Vergessenheit<br /> Des Herzens Wunde schließen;<br /> Die Seele sieht mit ihrem Leid<br /> Sich selbst vorüber fließen.</p></em></strong></div> <p> Wir verabschieden uns hier in der Kapelle von der Verstorbenen, weil sie eingeäschert werden soll:</p> <p><strong>Elly Flint</strong> ist am 08.04.1920 geboren und am 27.04.2007 für immer dorthin zurückgegangen, von wo sie zu uns kam.</p> <p>Wir wollen nicht klagen, dass wir sie verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir sie unter uns hatten.</p> <div align="center"><strong>Ruhe in Frieden</strong>.</div> </div> <span class="field field--name-uid field--type-entity-reference field--label-hidden"><span>admin</span></span> <span class="field field--name-created field--type-created field--label-hidden">Sa., 18.03.2017 - 22:29</span> <div class="field field--name-field-verstorbene field--type-entity-reference field--label-above"> <div class="field__label">verstorbene</div> <div class="field__item"><a href="/index.php/verstorbene/f" hreflang="de">F</a></div> </div> Sat, 18 Mar 2017 21:29:07 +0000 admin 57 at https://www.elohim.io